Schulz
Früher der Chef im Dorf, heute einer der häufigsten Namen im Land.
Verbreitung: Laut Wikipedia sind Scholz und Scholze schlesische Formen, Schulte und Schulze-Doppelnamen typisch für Westfalen und angrenzende Teile Niedersachsens, Schultes schwäbisch.
Schulz ist ein Nachname mit Amtsstube: Er geht auf den Schultheiß zurück, den Mann, der im Dorf das Sagen hatte.
Was bedeutet Schulz?
Schulz ist ein Amtsname und eine Kurzform von Schultheiß. Das Wort stammt von althochdeutsch sculdheizo, wörtlich etwa der, „der Schuld heischt“.
Der Schultheiß zog im Auftrag des Landes-, Stadt- oder Grundherrn Abgaben ein und sorgte dafür, dass die Gemeinde ihre Pflichten erfüllte. Er saß oft auch dem Gericht der Schöffen vor.
Laut Wikipedia war der Schulze im 17. bis 19. Jahrhundert vielerorts schlicht der Dorfvorsteher – also so etwas wie ein Bürgermeister. In Württemberg hießen Ortsvorsteher noch bis 1930 offiziell Schultheiß.
Schulz, Schulze, Scholz, Schulte
Kaum ein Name hat so viele regionale Formen. Laut Wikipedia gehören unter anderem dazu:
- Schulze, Schultz, Schultze – die verbreiteten Hauptformen
- Scholz, Scholze – die Varianten mit „o“ aus dem Schlesischen
- Schulte – oft als Doppelname wie Schulze Dalhoff in Westfalen und angrenzenden Teilen Niedersachsens; der zweite Teil war ursprünglich ein Hofname
- Schultes – die schwäbische Form
- Scultetus oder Praetorius – gelehrte Latinisierungen der frühen Neuzeit
Bei der mittelalterlichen Ostsiedlung bekam der Gründer eines neuen Dorfes laut Wikipedia oft das Schulzenamt dazu – ein Grund, warum der Name im Osten so verbreitet ist (das ist eine naheliegende Erklärung, keine gezählte Statistik).
Auch im Osten Mitteleuropas lebt das Amt fort: Tschechisch heißt der Name Šulc, polnisch Szulc.
Wie häufig ist Schulz?
In der Wikipedia-Liste der häufigsten Familiennamen in Deutschland steht Schulz auf Platz 8. Schulze folgt auf Platz 41, Scholz auf Platz 56.
Rechnet man alle Schreibweisen zusammen, käme die Namensfamilie laut name-statistics.org auf Platz 4 – noch vor Hoffmann. Eine amtliche Zählung aller Namensträger gibt es in Deutschland nicht; solche Ranglisten beruhen auf Verzeichnisdaten.
Verwandte Ämter im Namen
Schulz ist nicht der einzige Amtsträger in der Namensliste. Auch Meyer war ursprünglich ein Verwalter, und Hoffmann steht für eine Rolle am Hof.
Was der Name nicht verrät: ob die eigenen Vorfahren selbst Dorfvorsteher waren. Das Amt war laut Wikipedia oft an einen Schulzenhof gebunden – Namen konnten also auch über Hof und Familie weitergegeben werden.
Berühmte Namensträger
Bekannt sind etwa der SPD-Politiker Martin Schulz (* 1955), früher Präsident des Europäischen Parlaments, und Charles M. Schulz (1922–2000), der Erfinder der Peanuts.
Und mit Olaf Scholz (* 1958) saß die schlesische Variante sogar im Kanzleramt – ein Schultheiß im ganz großen Maßstab.

Namenskarte Schulz
Bedeutung, Namenstyp und Schreibweisen auf einen Blick – zum Teilen oder Speichern.
Häufige Fragen zum Nachnamen Schulz
Was bedeutet der Nachname Schulz?
Schulz ist eine Kurzform von Schultheiß. Der Schultheiß – später Schulze genannt – war ein Amtsträger, der im Auftrag des Landes- oder Grundherrn Abgaben einzog und Pflichten durchsetzte; vielerorts war er der Dorfvorsteher.
Wie häufig ist der Nachname Schulz?
In der Wikipedia-Liste der häufigsten Familiennamen in Deutschland steht Schulz auf Platz 8, Schulze auf 41 und Scholz auf 56. Alle Schreibvarianten zusammen kämen laut name-statistics.org auf Platz 4. Eine amtliche Zählung gibt es nicht.
Ist Scholz dasselbe wie Schulz?
Ja. Laut Wikipedia sind Scholz und Scholze die aus dem Schlesischen stammenden Varianten mit „o“. Sie gehen wie Schulz, Schulze und Schulte auf das Amt des Schultheißen zurück.



