Jungenname · Lateinisch (über Französisch)
Emil
Der Opa-Name, der zum Kita-Liebling wurde – mit Detektiven und Kästner im Gepäck.
Quelle: Statistik Austria, Vornamen der Neugeborenen (CC BY 4.0). Säule antippen/überfahren für Details.
Emil ist das Paradebeispiel für die 100-Jahre-Regel: Erst Opa-Name, dann fast vergessen – und jetzt zurück in der Kita.
Was bedeutet Emil?
Emil geht auf den römischen Familiennamen Aemilius zurück. Oft wird er mit lateinisch aemulus verbunden und als „der Eifrige“ oder „der Nacheifernde“ übersetzt. Diese Deutung ist allerdings umstritten – sicher ist nur die römische Herkunft.
Zu uns kam der Name über das französische Émile, populär gemacht durch Rousseaus Erziehungsroman „Émile“ (1762). Im 19. Jahrhundert wurde Emil im deutschsprachigen Raum dann zum gängigen Vornamen.
Emil in Büchern
Kaum ein Name ist so eng mit Kinderliteratur verbunden:
- „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner (1929) – der Berliner Kinderkrimi schlechthin.
- „Emil i Lönneberga“ von Astrid Lindgren (1963) – auf Deutsch heißt der Lausbub Michel, im schwedischen Original aber Emil.
Beide Bücher haben Generationen von Eltern geprägt. Vielleicht ist das Comeback auch ein bisschen eine Leseerinnerung.
Das Comeback in Zahlen
Die österreichischen Daten zeigen einen Name, der ganz unten startet:
- 1984: 4 Babys
- 1990: genau 1 Baby, Platz 506
- 2000: 30 Babys, Platz 121
- 2010: 155 Babys, Platz 53
- 2020: 340 Babys, Platz 26
- 2025: 367 Babys – so viele wie nie, Platz 16
Das Spitzenjahr ist 2025, der Trend zeigt also weiter nach oben. Noch deutlicher ist es in München: Dort lag Emil 2022 und 2025 auf Platz 3. In Köln kam er 2021 auf Platz 6, in Bonn 2022 auf Platz 5.
Wie alt klingt Emil?
Heute: nach Kindergarten. Das Median-Geburtsjahr in Österreich liegt bei 2018. Die Daten beginnen erst 1984 – die vielen Emils von 1900 sieht man darin nicht, aber man kennt sie: den Maler Emil Nolde etwa oder den Läufer Emil Zátopek.
Und in der Schweiz ist „Emil“ ohnehin Kult: Kabarettist Emil Steinberger trat jahrzehntelang einfach unter seinem Vornamen auf.
Passt Emil zu eurem Kind?
Dafür spricht:
- Kurz, freundlich, zwei Silben – und mit Geschichte.
- Literarisch und trotzdem bodenständig.
- Passt perfekt zu anderen Comeback-Namen.
Dagegen spricht: Emil ist im Aufwind – besonders in Großstädten wie München wird er häufiger.
Geschwister-Ideen: Paul, Anton oder Felix für Brüder, Ida, Frieda oder Emma für Schwestern. Emil und Emma klingen fast zu gut zusammen.
Emil in Zahlen
- Österreich
- München
- Köln
- Bonn
Quellen: Statistik Austria (CC BY 4.0) · Landeshauptstadt München, Statistisches Amt (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0) · Stadt Köln, Standesamt (Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0) · Bundesstadt Bonn (CC0 1.0)
| Region | Zuletzt | Bester Platz | Daten ab |
|---|---|---|---|
| Österreich | Platz 16 (2025, 367×) | Platz 16 (2025) | 1984 |
| München | Platz 3 (2025, 80×) | Platz 3 (2022) | 2013 |
| Köln | Platz 14 (2023, 71×) | Platz 6 (2021) | 2010 |
| Bonn | Platz 9 (2025, 29×) | Platz 5 (2022) | 2021 |
Zählweise: Österreich = erster Vorname; München und Köln = alle vergebenen Vornamen inkl. Zweitnamen; Bonn = Erstnamen. „Nicht gelistet“ heißt: in diesem Jahr gar nicht oder zu selten vergeben. Mehr zu den Quellen
Quelle: Statistik Austria (CC BY 4.0). Seltene Namen (< 4 pro Jahr) werden dort keinem Bundesland zugeordnet.
Passende Namen zu Emil
Berühmte Namensträger & Popkultur
- Emil Nolde expressionistischer Maler (1867–1956)
- Emil Zátopek tschechischer Langstreckenläufer, vierfacher Olympiasieger (1922–2000)
- Emil Steinberger Schweizer Kabarettist „Emil“ (* 1933)
- Emil Forsberg schwedischer Fußball-Nationalspieler (* 1991)
- Buch „Emil und die Detektive“ Erich Kästner, 1929
- Buch „Emil i Lönneberga (dt. Michel aus Lönneberga)“ Astrid Lindgren, 1963

Namenskarte Emil
Name, Bedeutung und der echte Jahrgangsverlauf auf einen Blick – zum Teilen, Speichern oder Verschicken an alle, die gerade Namen suchen.
Häufige Fragen zum Namen Emil
Was bedeutet der Name Emil?
Emil geht auf den römischen Familiennamen Aemilius zurück und kam im 18. Jahrhundert über das französische Émile zu uns. Oft wird er als „der Eifrige“ gedeutet (von aemulus) – diese Herleitung ist aber umstritten.
Ist Emil ein beliebter Name?
Ja, und er wird immer beliebter: 2025 bekamen in Österreich 367 Babys den Namen – so viele wie nie seit 1984, das ergab Platz 16. In München lag Emil 2025 auf Platz 3, in Bonn auf Platz 9.
Wie alt sind Menschen namens Emil?
Die meisten heutigen Emils sind Kinder: Das mittlere Geburtsjahr aller Emils in Österreich seit 1984 ist 2018. Um 1900 war Emil aber schon einmal ein häufiger Name – daher der Ruf als Opa-Name.



