Kevin
Allein zu Haus war er nie – in den 90ern saßen in jeder Klasse gleich zwei.
Quelle: Statistik Austria, Vornamen der Neugeborenen (CC BY 4.0). Säule antippen/überfahren für Details.
Kevin ist der Name, der eine ganze Generation geprägt hat – und dafür ziemlich viel einstecken musste. Zeit für eine Ehrenrettung.
Was bedeutet Kevin?
Kevin stammt aus Irland und geht auf das gälische Caoimhín zurück. Drinsteckt caomh – „lieb, edel, schön“. Übersetzt wird der Name meist mit „von edler Geburt“ oder „der Liebenswerte“. Die genaue Deutung schwankt je nach Quelle, aber nett ist sie in jeder Variante.
Namenspatron ist der heilige Kevin von Glendalough, ein irischer Einsiedler und Klostergründer, der 618 starb. Sein Gedenktag ist der 3. Juni. Ein Heiliger als Pate – so viel zum Thema schlechter Ruf.
Wie Kevin nach Deutschland kam
Jahrhundertelang war Kevin ein rein irischer Name. Dann kam 1990 – und mit ihm ein kleiner blonder Junge, der Einbrecher mit Farbeimern und Bügeleisen verjagte: „Kevin – Allein zu Haus“. Dazu Kevin Costner als Hollywood-Schwarm.
Plötzlich wollten alle einen Kevin. Laut einem Bericht des Schweizer Senders SRF landete der Name 1991 in Westdeutschland auf Platz 3. Weißt du noch? In vielen Klassen saßen gleich mehrere Kevins – auf Klassenlisten stand dann Kevin B., Kevin M. und Kevin S.
Was sagen die Zahlen?
Österreich zeigt den Hype in Reinform:
- 1984: gerade mal 23 Kevins (Platz 134)
- 1990: schon 510 Babys (Platz 24)
- 1992: das Spitzenjahr mit 904 Kevins, bester Rang war Platz 18 (1991)
- 2010: noch 134 (Platz 58)
- 2025: nur noch 11 Babys, Platz 436
Allein in den 1990ern bekamen in Österreich 5.747 Jungen den Namen. Auch in deutschen Städten ist Kevin inzwischen selten: In München waren es 2024 noch 5 Kevins, in Köln 2023 genau zwei.
Kevinismus: Was hinter dem Vorurteil steckt
Später kam das Wort „Kevinismus“ auf – gern zusammen mit seinem Schwesterbegriff „Chantalismus“. Gemeint ist die Vorliebe für trendige, englisch oder französisch klingende Namen statt klassischer deutscher.
Berühmt wurde eine Umfrage der Universität Oldenburg von 2009: Die Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser befragte Grundschullehrkräfte nach ihren Vorurteilen. Rund 80 Prozent verbanden bestimmte Namen wie Kevin mit Erwartungen an das Verhalten – ein Vorurteil, das die Studie sichtbar machen wollte.
Ähnliche Zuschreibungen trafen auch andere Namen der Zeit, etwa Jacqueline. Wichtig: Die Forscherin wollte damit vor Schubladendenken warnen, nicht Kevins verspotten. Denn ein Name sagt nichts über den Menschen – höchstens etwas über das Jahr, in dem er geboren wurde.
Wie alt klingt Kevin heute?
Kevin ist ein echter 90er-Jahrgang. Das Median-Geburtsjahr aller Kevins in Österreich seit 1984 liegt bei 1996 – die meisten sind also um die 30, haben einen Job, vielleicht Kinder. Die heißen dann eher Noah, Ben oder Emma.
Gerade deshalb könnte Kevin irgendwann ein Comeback feiern. Namen, die eine Zeit lang aus der Mode waren, wirken für die übernächste Generation oft wieder frisch. Wer weiß – vielleicht ist Kevin 2050 der neue Thomas.
Kevin in Zahlen
- Österreich
- München
- Köln
- Bonn
Quellen: Statistik Austria (CC BY 4.0) · Landeshauptstadt München, Statistisches Amt (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0) · Stadt Köln, Standesamt (Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0) · Bundesstadt Bonn (CC0 1.0)
| Region | Zuletzt | Bester Platz | Daten ab |
|---|---|---|---|
| Österreich | Platz 436 (2025, 11×) | Platz 18 (1991) | 1984 |
| München | nicht gelistet (2025) | Platz 160 (2014) | 2014 |
| Köln | Platz 594 (2023, 2×) | Platz 170 (2011) | 2010 |
| Bonn | nicht gelistet (2025) | Platz 391 (2023) | 2023 |
Zählweise: Österreich = erster Vorname; München und Köln = alle vergebenen Vornamen inkl. Zweitnamen; Bonn = Erstnamen. „Nicht gelistet“ heißt: in diesem Jahr gar nicht oder zu selten vergeben. Mehr zu den Quellen
Quelle: Statistik Austria (CC BY 4.0). Seltene Namen (< 4 pro Jahr) werden dort keinem Bundesland zugeordnet.
Passende Namen zu Kevin
Schwestern
- Jacqueline
- Jennifer
- Vanessa
Brüder
- Marcel
- Pascal
- Patrick
Mit Zweitnamen
- Kevin Alexander
- Kevin Maximilian
- Kevin Luca
- Kevin Johannes
Spitznamen
- Kev
- Kevi
- Kevo
Berühmte Namensträger & Popkultur
- Kevin Costner US-Schauspieler und Regisseur (* 1955)
- Kevin Kurányi Ex-Fußballnationalspieler (* 1982)
- Kevin-Prince Boateng Ex-Fußballprofi (* 1987)
- Kevin Kühnert Politiker, ehem. SPD-Generalsekretär (* 1989)
- Film „Kevin – Allein zu Haus“ Chris Columbus (Regie), 1990
- Film „We Need to Talk About Kevin“ Lynne Ramsay (Regie), 2011

Namenskarte Kevin
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Häufige Fragen zum Namen Kevin
Was bedeutet der Name Kevin?
Kevin kommt vom irischen Caoimhín und wird meist als „von edler Geburt“ oder „der Liebenswerte, Schöne“ gedeutet. Namenspatron ist der heilige Kevin von Glendalough (gestorben 618), Gedenktag ist der 3. Juni.
Ist Kevin ein beliebter Name?
Heute nicht mehr. In Österreich lag Kevin 1991 auf Platz 18, im Spitzenjahr 1992 bekamen 904 Babys den Namen. 2025 waren es nur noch 11 (Platz 436). In München tauchte Kevin zuletzt 2024 mit 5 Babys auf.
Wie alt sind Menschen namens Kevin?
Die meisten Kevins sind in den 1990ern geboren: In Österreich liegt das Median-Geburtsjahr aller Kevins seit 1984 bei 1996. Typische Kevins sind heute also um die 30.



